Einbeck kommt zu neuer Blüte

von Wolfgang Kampa

Nachdem 1540 die ganze Stadt und neun Jahre später ein Großteil der wieder aufgebauten Häuser ein Raub der Flammen geworden waren, wurde die Einbeck von Grund auf neu erbaut. Anfang des 16. Jahrhunderts hatte sich Einbeck von den beiden verheerenden Stadtbränden völlig erholt.

Noch heute prägen die stolzen Bürgerhäuser aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts das Einbecker Stadtbild. Ursprünglich hatten diese Häuser noch viel reichhaltigeren Schmuck an ihren Fassaden, als heute zu sehen sind. Das hat seinen Grund darin, dass nach dem Brand von 1826 alle Fachwerkhäuser mit einer dicken Brandschutzschicht aus Putz versehen wurden, bei deren Freilegung vom Ende des 19. bis ins 20. Jahrhundert etliche Schnitzereien beschädigt wurden.

Als Ende des 16. Jahrhunderts das Geschlecht der Herzöge von Grubenhagen ausstarb, machten die verbliebenen Zweige der Welfen, die Linie Braunschweig-Lüneburg und die Line Braunschweig-Wolfenbüttel ihre Ansprüche auf das hiesige Teilfürstentum geltend. Als erbberechtigt stellten sich letztere heraus, so dass Herzog Heinrich Julius von Wolfenbüttel im Jahre 1596 der neue Einbecker Landesherr wurde.

Vom Ende des 15. bis zum Anfang des 16. Jahrhundert nahm der Bierexport aus Einbeck immer mehr ab. 1613 wurde in Bayern Bier »nach Ainpöckischer Art« oder »Einbok-Bier«, welches den Namen Bockbier prägte, so erfolgreich hergestellt, dass man auf die teure Einfuhr von Bier- die Transportkosten machten einen großen Teil der Kosten aus - aus Einbeck verzichten konnte. Ob tatsächlich ein Braumeister aus Einbeck nach München abgeworben wurde, ist nicht nachgewiesen

Die im Jahre 1517 begonnene Reformation Dr. Martin Luthers hatte die Bewohner Deutschlands in zwei Lager getrennt, in Katholiken und Protestanten. Ab 1522 wurde im Einbecker Augustinerkloster, ab 1527 in der Marktkirche und kurz darauf in der Neustädter Kirche lutherisch gepredigt .

1529 wurde die Reformation offiziell vom Rat der Stadt angenommen.

Im ganzen Land standen sich Katholiken und Protestanten unerbittlich gegenüber, alle Einigungsversuche schlugen fehl und die Spaltung wurde immer größer.

1608 organisierte sich das protestantische Lager 1608 in der »Union«, das katholische ein Jahr später in der »Liga«.

1616 Herzog übernahm die Lüneburger Linie mit Herzog Christian von Braunschweig-Lüneburg die Macht im Fürstentum Grubenhagen.

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