Einbeck und die Hanse

von Wolfgang Kampa

Nach dem Sturz von Heinrich dem Löwen wurde nach dem Einbecker Geschichtsschreiber Harland das Gebiet von Niederdeutschland die Beute vieler einzelner Herren.

In der Folge kam es zu Anarchie und es herrschte das Faustrecht der Räuber und Raubritter.

Mit der Errichtung von Ritterburgen an den Verkehrswegen wurden Zölle erhoben. Ähnlich handelten die Landesfürsten, aber das Kaisertum verfügte zu dieser Zeit noch über wenig Macht und Einfluss.

Um diesen rechtsfreien Zuständen Einhalt zu gebieten und die Ausfuhr ihrer Waren zu sichern, schlossen die Städte Lübeck und Hamburg im Jahre 1241 einen Bund, um ein Heer auszurüsten, womit sie ihre Handelsschiffe auf der Elbe vor Überfällen schützen konnten.

In der alten Sprache des 13. Jahrhunderts wurde dieser Bund »Hansa« genannt.

1260 fand der erste Hansetag statt.

In kurzer Zeit schlossen sich diesem Städtebündnis immer mehr andere Städte an.

Schon nach kurzer Zeit konnte die Hanse große Erfolge vorweisen. In ganz Norddeutschland wurden Seeräuber und Raubritter gefangen genommen und hingerichtet. Die Raubritterburgen wurden geschleift.

Immer mehr Städte schlossen sich dem Hanse-Bund an. Bald waren 85 Städte Mitglied

Mit einem Landheer und mehr als 200 Schiffen führte die Hanse Kriege.

Nach Harland wurde die Stadt Einbeck nicht lange nach diesem Datum Mitglied der Hanse

Von Anfang an war Einbeck ein vollwertiges Mitglied der Hanse mit Stimmberechtigung.

Nachdem die Stadt Einbeck im Jahre 1378 dem Hanse-Bund beitrat, blühte die ohnehin schon gut laufende heimische Wirtschaft noch mehr auf.

Einbeck zählte von Anfang an zu den voll stimmberechtigten Hansestädten. Regelmäßig wurden aus Einbeck Deputierte zu den Hansetagen nach Lübeck entsandt.

Die Hanse war in vier Bezirke eingeteilt. Die jeweiligen Hauptorte waren Lübeck Danzig Braunschweig und Köln. Einbeck gehörte zum Bezirk Braunschweig.

Die außerhalb Deutschlands liegenden Handelsstützpunkte der Hanse waren in London, Brügge (später Antwerpen), Bergen und Nowgorod (später Narva).

Einbeck hatte durch die Mitgliedschaft in der Hanse die Möglichkeit, seine Exportartikel, unter anderem das begehrte Einbecker Bier und Leinwand-Stoffe bis in die letzten Winkel Europas zu liefern. In Einbeck gab es zu dieser Zeit viele Produzenten von Leinwand.

»Man glaubte damals Jemandem damit einen sehr großen Gefallen zu thun, wenn man ihm Einbecker Bier schenkte.« So schenkte das Alexandri-Stift 1496 dem Probst zum heiligen Kreuze in Hildesheim »up des nigen jarsdag edder by der tyd to einem leffmodigen geschenke to geven ein gud vat Enbischen beers«.

Weiterhin wurden aus Einbeck Schuhe und andere Lederprodukte, exportiert, wobei die Einbecker Kürschner ihrerseits Pelze und Felle aus Russland einführten. Das Kürschner-Handwerk war in Einbeck schon sehr früh zahlreich vertreten. Sie bildeten die älteste Gilde und hatten einen Sitz im Stadtrat.

Nach der Entdeckung des Seeweges nach Indien wurden kaum noch Waren über den Landweg transportiert, sondern hauptsächlich von holländischen Kaufleuten über Lissabon verschifft.

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